Der Realschulabschluss – auch als die mittlere Reife bezeichnet – ist für den weiteren Berufsweg von entscheidender Bedeutung. Wer den Realschulabschluss nachholen möchte, kann dies auf insgesamt fünf verschiedene Arten machen. Keine davon ist sonderlich bequem, sondern auch dieser Abschluss verlangt einiges an Hingabe und vor allem Lerneifer.

Was ist ein Realschulabschluss (mittlere Reife)?

Die mittlere Reife ist der sogenannte Realschulabschluss. Dieser ist wichtig, da nur dieser Schulabschluss den Schüler dazu berechtigt, Schulformen der Sekundarstufe II, also Fachoberschulen, Berufsoberschulen, Berufskollegs oder auch Gymnasien zu besuchen.

Die Ausgestaltung des Abschlusses und die Voraussetzungen zur Qualifizierung für die Sekundarstufe II sind dabei von den Regelungen der einzelnen Bundesländer abhängig.

Kann ich einen Realschulabschluss (mittlere Reife) nachholen?

Mit dem Abgangszeugnis einer Hauptschule ist jeder Mensch berechtigt die mittlere Reife nachzuholen. Hierzu gibt es verschiedene Wege und Möglichkeiten, welche eine unterschiedlich hohe Leistungsbereitschaft erfordern. Wenn der Wille hierzu vorhanden ist, sollte die mittlere Reife jedoch in jedem Fall angestrebt werden. Sie bietet vor allem berufliche Vorteile für den Absolventen.

Realschulabschluss (mittlere Reife) extern ohne Schule nachholen

Wer die mittlere Reife ohne einen weiteren Schulbesuch absolvieren möchte, kann die sogenannte Externen Prüfung in Anspruch nehmen. Die Externen Prüfung ist ein Angebot des Staates an jeden Bürger, über den sogenannten zweiten Bildungsweg verschiedene Abschlüsse nachzuholen.

Vorteile

Der Vorteil dieser Methode besteht vor allem in der hohen Flexibilität und den geringen Kosten. Jeder kann so lernen, wie es zeitlich am besten passt. Es müssen nur die Schulbücher für die jeweiligen Inhalte erworben werden. Die Lehrpläne und Inhalte sind online zu finden oder können oftmals auch an der eigenen alten Schule angefragt werden. Somit lassen sich die Lerninhalte etwas einfacher strukturieren.

Nachteile

Der Nachteil liegt allerdings darin, dass es sehr schwierig ist sich auf diesem Weg umfassend vorzubereiten. Ohne Lehrer und ohne Kontrolle der eigenen Leistungen ist nie wirklich ersichtlich, ob alle Themen und Inhalte verstanden wurden. Zudem muss man bereit sein sich selber intensiv mit den Themen auseinanderzusetzen und darf auch vor Problemfächern nicht zurückschrecken.

Dauer

Insgesamt sollte man auch hier mit einer Lerndauer von gut zwei Jahren rechnen. Wer sich natürlich nur auf das Lernen konzentriert und nichts anderes nebenher macht, kann diese Zeit verkürzen. Ist man dann mit dem eigenen Kenntnisstand zufrieden, kann die Anmeldung zur Externen Prüfung erfolgen. Die zuständigen Stellen bieten im Vorfeld in der Regel eine Beratung an, welche in jedem Fall in Anspruch genommen werden sollte.

Realschulabschluss (mittlere Reife) an der Abendschule nachholen

Viele Volkshochschulen bieten sogenannte Abendschulen an. Hierbei handelt es sich um eine Art reguläre Schulausbildung, welche in den Abendstunden stattfindet. Allerdings sind die Klassen in den Abendschulen oftmals nicht sonderlich gut differenziert. Starke und schwache Schüler sitzen in einer Klasse und müssen sich entsprechend den Lehrer und dessen Aufmerksamkeit teilen.

Zu den Voraussetzungen zum Besuch einer Abendschule gehören sowohl das Mindestalter von 18 Jahren als auch die Erfüllung der Schulpflicht. Zudem müssen die Teilnehmer entweder zum Zeitpunkt des Schulbeginns beschäftigt sein oder zumindest auf sechs Monate Beschäftigungsdauer zurückblicken können.

Vorteile

Die Vorteile bei der Abendschule liegen vor allem in der Organisation und im geringen Preis. Die Kosten liegen oftmals bei rund 150 Euro pro Halbjahr. Zudem werden die Inhalte aufbereitet präsentiert und auch Hausaufgaben vergeben. Dennoch schützt die Abendschule nicht vor dem Selbststudium. Da die Klassen oftmals sehr unterschiedlich ausfallen, müssen viele Inhalte in Eigenregie gelernt werden.

Nachteile

Dies führt uns auch direkt zu den Nachteilen. Denn eine Abendschule kostet viel Zeit und bringt im schlimmsten Falle nur wenig. Wenn sehr viele schlechte Schüler in einer Klasse sitzen, kann es für schnellere Schüler sehr schnell langweilig werden.

Dauer

In der Regel dauert es in der Abendschule ein Jahr, bis der Schüler in der Lage sein sollte seinen Realschulabschluss zu absolvieren. Wer nicht genug lernt oder eine schlechte Klasse erwischt, kann aber auch gut eineinhalb oder zwei Jahre benötigen.

Realschulabschluss (mittlere Reife) während der Ausbildung an der Berufsschule nachholen

Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich im Rahmen der betrieblichen Ausbildung an der Berufsschule ebenfalls die mittlere Reife zu erreichen. Hierzu muss zunächst einmal ein Hauptschulabschluss des Schülers vorliegen. Zudem ist der Abschluss in der Regel an einen Nachweis ausreichender Fremdsprachkenntnisse gekoppelt. Weitere Voraussetzungen hängen stark vom Bundesland und der jeweiligen Berufsschule ab.

Vorteile

Der Vorteil dieser Form des Realschulabschlusses liegt vor allem in den geringen Kosten und dem relativ geringen Mehraufwand. Denn der Auszubildende muss in jedem Fall die Berufsschule besuchen und durch seine Noten überzeugen. Die mittlere Reife ist somit ein weiterer Bonus, den es zu erreichen gilt.

Der Mehraufwand beim Lernen hält sich darüber hinaus in Grenzen. Zudem werden die Lerninhalte klar vorgegeben und von den Lehrern an der Berufsschule durch Tests, Hausaufgaben und Arbeiten überprüft. Ein weiterer Vorteil sind die nicht vorhandenen Kosten.

Nachteile

Schwache Schüler können hier natürlich an ihre Grenzen stoßen, vor allem da das Tempo nicht selber bestimmt werden kann. Der Realschulabschluss muss innerhalb der Ausbildungsdauer erreicht werden.

Dauer

Die Dauer der Schulausbildung hängt immer auch mit der Dauer der Ausbildung zusammen. Im Regelfall beträgt eine Ausbildungsdauer drei Jahre, kann bei guten Leistungen allerdings nochmals reduziert werden. Gute Schüler mit entsprechenden fachlichen Qualitäten können somit die mittlere Reife und die Berufsausbildung bereits nach zwei oder zweieinhalb Jahren abschließen.

Realschulabschluss (mittlere Reife) über eine Fernschule nachholen

Der wohl einfachste, aber auch teuerste Weg den Realschulabschluss nachzuholen, gelingt mit Hilfe von Fernschulen. In Deutschland sind vor allem vier verschiedene Fernschulen aktiv. Das sind die Studiengemeinschaft Darmstadt, das Institut für Lernsysteme, die Fernakademie für Erwachsenenbildung und die Hamburger Akademie für Fernstudien.

Wer sich in einer dieser Fernschulen anmeldet, um die mittlere Reife zu erlangen, kann sich zunächst das gesamte System für einen Monat anschauen. Anschließend gilt es sich für oder gegen die Fernschule zu entscheiden.

Vorteile

Die Vorteile bei einer Fernschule liegen darin, dass alle Informationen und Schulhefte direkt an den Schüler übermittelt werden. Die Inhalte sind direkt auf diese Unterrichtsform optimiert, was die Lerngeschwindigkeit erhöht. Zudem prüfen die Lehrer die Hausaufgaben und den Lernfortschritt der Schüler regelmäßig. Kontakt gehalten wird per Telefon, E-Mail und Chat-Funktion. Somit erhalten die Schüler einen umfassend strukturierten Unterricht, welcher optimal auf die abschließende Prüfung vorbereitet.

Nachteile

Der Nachteil an diesem System sind vor allem die Kosten. Denn diese Leistungen lassen sich die Fernschulen sehr gut bezahlen. In der Regel verlangen die meisten Fernschulen zwischen 100 und 150 Euro pro Monat von den Schülern. Das ist viel Geld und für viele Menschen leider nicht erschwinglich. Allerdings ist es möglich, solche Fernschulen auch vom Arbeitsamt fördern zu lassen.

Dauer

Die Fernschulen veranschlagen für die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung in der Regel zwei Jahre. Wer besonders intensiv lernt und seine Zeit gut nutzt, kann den Abschluss allerdings bereits nach 1,5 Jahren anstreben.

Was wird in der Realschulabschlussprüfung geprüft?

Da der Realschulabschluss wie alle anderen Schulabschlüsse auch, von den Bundesländern verwaltet wird, kann es bei den folgenden Angaben zu Unterschieden kommen.

Grundsätzlich werden in vier verschiedenen Fächern Prüfungen abgelegt. Dabei müssen zwei Prüfungen schriftlich und zwei mündlich erfolgen.
Schriftliche Prüfungen sind in folgenden Fächern vorgeschrieben:

  • Mathematik
  • Deutsch

Eine mündliche Prüfung muss in einer Fremdsprache abgelegt werden. Dies kann Englisch sein, ist aber nicht verpflichtend. Der Schüler kann sich auch in einer anderen Fremdsprache prüfen lassen, wenn dies der Lehrplan erlaubt.

  • Ein weiteres Wahlfach außerhalb der bereits genannten Fächer ist ebenfalls mit einer mündlichen Prüfung zu bestehen.

Welche Vorteile hat ein Realschulabschluss?

Der Realschulabschluss bietet einige Vorteile. Zum einen wird somit eine weitere schulische Weiterbildung möglich. Denn mit dem Realschulabschluss stehen die verschiedenen Bildungswege in der Sekundarstufe II offen. Wer sich bemüht und fleißig lernt, kann somit sogar bis zur Studienreife aufsteigen.

Zudem stehen mit einem Realschulabschluss viel mehr Ausbildungsmöglichkeiten und Berufswege offen. Ein guter Grund für die weitere Ausbildung, da somit auch die möglichen Gehälter in Zukunft ansteigen können.

Braucht man unbedingt einen Realschulabschluss für eine Ausbildung?

Für eine Ausbildung ist ein Realschulabschluss nicht immer zwingend erforderlich. Es gibt sicherlich Berufe, in welchen eine Ausbildung auch ohne einen solchen Schulabschluss begonnen werden kann. Allerdings steigt die Anzahl der möglichen Berufswege und Ausbildung mit der Höhe des Schulabschlusses deutlich an.

Somit ist es in jedem Fall empfehlenswert sich um einen Realschulabschluss zu kümmern. Zudem ermöglicht dieser im Fall der Fälle auch den Erwerb von noch höheren Schulabschlüssen, falls gewünscht.

Die Fachhochschulreife ermöglicht das Studium an Fachhochschulen in ganz Deutschland. Mittlerweile gibt es unterschiedliche Wege, um das sogenannte Fachabitur nachzuholen.

Fachhochschulreife, Hochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife? Was sind die Unterschiede?

Damit Du erst mal weißt, was auf dich zutrifft, hier ein paar Unterschiede zwischen den Begriffen.

Was versteht man unter Fachhochschulreife (Fachabitur)?

Mit dem Erwerb einer Fachhochschulreife wird die Hochschulzugangsberechtigung für Fachhochschulen erworben. Sie besteht aus einem schulischen sowie einem praktischen Teil.

Der theoretische Teil wird mit dem Abschluss der 11. Klasse des Gymnasiums oder der 12. Klasse der Gesamtschule abgeschlossen. Den praktischen Teil bildet ein Berufspraktikum oder der Abschluss einer Berufsausbildung.

Die Dauer des Berufspraktikums variiert je nach Vorgabe der Schule, üblich sind sechs bis zwölf Monate. Der Zugang zu einer Universität ist mit einer Fachhochschulreife nur in Ausnahmefällen möglich.

Was versteht man unter der allgemeinen Hochschulreife?

Die allgemeine Hochschulreife wird auch als Abitur bezeichnet. Sie stellt den höchsten Schulabschluss in Deutschland dar.

Die Dauer bis zum Erwerb des Abiturs umfasst einen Zeitraum von 12 Jahren an Gymnasien oder 13 Jahren an Gesamtschulen. Mit dem Abitur wird der Zugang zu sämtlichen Hochschulformen ermöglicht, sofern die weiteren Voraussetzungen der Hochschulen (z. B. Praktika oder das Bestehen einer fachlichen Eignungsprüfung) erfüllt werden.

Was ist eine fachgebundene Hochschulreife?

Eine Sonderform der Fachhochschulreife stellt die fachgebundene Hochschulreife dar, die zur Aufnahme eines Studiums in bestimmten Fächern berechtigt. Dies ist nicht nur auf Fachhochschulen beschränkt, sondern ermöglicht auch den Besuch einer Universität, sofern diese das Fach anbieten, zu dem der Schulabschluss berechtigt.

Daher ist es sinnvoll, vorher bereits eine Entscheidung über das Studienfach zu treffen, das später in Frage kommt. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die fachgebundene Hochschulreife zu erwerben. So bieten beispielsweise berufliche Gymnasien, Berufskollegs, Berufsfachschulen oder Studienkollegs die Möglichkeit an, diesen Abschluss zu erlangen.

Warum sollte man die Fachhochschulreife nachholen?

Verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Gründe dafür, die Fachhochschulreife nachzuholen, gibt es zahlreiche. Der Abschluss eröffnet eine ganze Reihe an interessanten und vielversprechenden beruflichen Perspektiven und verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheidend. Ausschlaggebend ist fast immer der Wunsch, zu einem späteren Zeitpunkt im Leben ein Studium zu absolvieren und dadurch einen besseren Bildungsabschluss zu erwerben.

Manche Menschen haben zu Schulzeiten noch keine genaue Vorstellung von den eigenen Karrierewünschen und der Auswahl, die das Ausbildungs- und Studienangebot bietet. Sie stellen erst später fest, dass ein anderer Bildungsweg besser zu den eigenen Lebenszielen gepasst hätte.

Neue Interessensgebiete

Mitunter ändern sich im Laufe des Lebens aber auch einfach die Interessensgebiete – was in der Schule noch als langweilig empfunden wurde, stellt vielleicht mittlerweile einen spannenden und gangbaren Berufsweg dar.

Hoher praktischer Anteil als an der Uni

Für Studieninteressierte, die vor allem am praktisch ausgerichteten Lernen interessiert sind, ist die Fachhochschulreife der richtige Weg. Nach wie vor hat das Studium an Fachhochschulen einen deutlich höheren Anwendungsbezug als Bildungsgänge an Universitäten, die eher theoretisch ausgerichtet sind.

Besseren Verdienstmöglichkeiten

Und schlussendlich bilden auch die besseren Verdienstmöglichkeiten sowie die gesellschaftliche Anerkennung dieses zweithöchsten Bildungsabschlusses gute Gründe dafür, die Fachhochschulreife zu erwerben. Da die schulische Ausbildung in Teilzeitform absolviert werden kann, ist sie zudem eine sinnvolle Option für Menschen, die sich neben familiären Verpflichtungen oder der beruflichen Tätigkeit weiterbilden möchten.

Wie holt man die Fachhochschulreife an der Abendschule nach?

Für Berufstätige ist der Besuch einer Abendschule der optimale Weg zur Hochschulzugangsberechtigung.

Ablauf

Die Lehre ist in drei Phasen aufgeteilt, die aus einem Vorkurs, einer Einführung und einer Qualifikationsphase besteht. Der Vorkurs wird für Bewerber/innen angeboten, die einen Hauptschulabschluss aufweisen oder nur wenige Kenntnisse in Fremdsprachen oder anderen Kernfächern mitbringen. Er stellt den einheitlichen Kenntnisstand aller Kursteilnehmer/innen sicher und umfasst einen Zeitraum von einem bis zwei Semester.

Die zwei Semester dauernde Einführungsphase arbeitet im Anschluss das Schulwissen auf und bereitet auf die fachlichen Kurse vor. Diese bilden dann die Qualifizierungsphase und nehmen ebenfalls zwei Semester in Anspruch.

Dauer

Je nach Vorbildung dauert es an der Abendschule demnach zwei bis drei Jahre bis zur Fachhochschulreife. Der Unterricht findet an mehreren Abenden in der Woche statt, pro Woche sind 20-25 Stunden veranschlagt. Diese können sich auf drei bis fünf Abende erstrecken, teilweise findet auch samstags Unterricht statt.

Vorteile

Der Vorteil der Besuch einer Abendschule liegt darin, dass er neben dem Beruf möglich ist und somit keine finanziellen Einbußen eintreten. Der Zeitaufwand ist jedoch nicht zu unterschätzen, denn neben den Anwesenheitszeiten sind auch eigene Lernphasen zu Hause einzuplanen.

Kosten

Die meisten Abendschulen werden von staatlichen Trägern finanziert, daher fallen keine Kosten für sie an.

Wie holt man die Fachhochschulreife am Kolleg nach?

Interessierte, die die Fachhochschulreife lieber in einem kürzeren Zeitraum nachholen möchten und tagsüber Zeit haben, können diesen Abschluss in Vollzeitform an einem Kolleg erwerben.

Ablauf

Der Ablauf ähnelt dem der Abendschule, denn auch hier wird in Vorkurs, Einführung und Qualifizierungsphase aufgeteilt. Allerdings findet die Lehre hier ganztägig statt. Die Präsenzphasen in der Woche sind mit einem höheren Zeitaufwand versehen, dafür ist die Dauer kürzer als in der Teilzeitform.

Dauer

Je nach Vorkenntnissen kann man seinen Abschluss hier bereits nach einem oder zwei Jahren erwerben.

Voraussetzungen

Voraussetzung für den Besuch des Kollegs ist ein Mindestalter von 18 Jahren sowie mindestens der Hauptschulabschluss. Zusätzlich müssen Bewerber/innen über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine dreijährige fachbezogene Berufserfahrung verfügen, da das Kolleg nur den theoretischen Teil der Fachhochschulreife abdeckt.

Auch andere praktische Kenntnisse, etwa der absolvierte Zivildienst, Wehrdienst oder ein freiwilliges ökologisches oder soziales Jahr, sind anerkennungsfähig.

Vorteile

Der größte Vorteil des Kollegs liegt vor allem in der kürzeren Zeit. Wer also schnellstmöglich die Hochschulzugangsberechtigung erhalten möchte und nicht auf eine berufliche Tätigkeit angewiesen ist, der hat mit dem Kolleg die passende Schulform gefunden.

Kosten

Zudem kann der Besuch durch elternunabhängiges Bafög gefördert werden. Für Berufstätige, die ihren Job weiter ausüben möchten, ist diese Schulform weniger geeignet.

Wie kann man die Fachhochschulreife per Fernstudium nachholen?

Der berufsbegleitende Erwerb der Fachhochschulreife ist auch ohne Präsenzpflicht möglich. Dies bieten in Deutschland diverse Fernschulen an.

Ablauf

Sie bereiten dich auf die externe Prüfung vor. Diese wird nicht von der Schule selbst abgenommen, sondern von Prüfungsinstanzen wie etwa der Industrie- und Handelskammer.

Im Fernstudium werden Kenntnisse in grundlegenden Fächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch oder den Naturwissenschaften vermittelt. Weitere Fächer werden durch den gewählten Schwerpunkt bestimmt und können ebenso technische wie betriebswirtschaftliche Inhalte umfassen.

Das Fernstudium selbst läuft in Eigenverantwortung ab. Schüler/innen erhalten ein Studienheft mit zu bearbeitenden Aufgaben, die sie nach Bearbeitung an ihren fachlichen Betreuer zurücksenden. Lehrende an Fernschulen bieten verschiedene Wege zur Kontaktaufnahme und zur Klärung von Fragen an. Dies erfolgt unter anderem über E-Mail, telefonisch oder auch per Skype.

Dauer

Etwa 12-15 Wochenstunden sollte für das Lernen eingeplant werden. Je nach Schulform wird der Abschluss nach zwei bis drei Jahren erlangt.

Voraussetzungen

Bewerber/innen sollten auch hier mindestens den Hauptschulabschluss und die berufspraktischen Vorkenntnisse nachweisen können. Einige Schulen fordern darüber hinaus auch Englischkenntnisse.

Vorteile

Der größte Vorteil des Fernstudiums liegt in der hohen Flexibilität, denn die Lernphasen können vollständig selbstbestimmt erfolgen und sind nicht an bestimmte Zeiten gebunden. Dadurch eignet es sich vor allem für Berufstätige im Schichtdienst oder für Interessierte mit kleinen Kindern. Jedoch setzt diese Form des Lernens ein hohes Maß an Disziplin und Motivation voraus, um am Ball zu bleiben.

Kosten

Die Preisspanne bei einem Fernstudium ist sehr breit. Für einen Fernlehrgang müssen Sie in der Regel mit 100 EUR bis 300 EUR pro Monat rechnen.

Welche Schwerpunkte gibt es im Studium nach der Fachhochschulreife?

Die meisten Studieninteressierten haben sich häufig schon während oder sogar bereits vor dem Erwerb der Fachhochschulreife für einen Studiengang entschieden.

Wirtschaft und Verwaltung

Seit Jahren ungebrochener Beliebtheit erfreut sich der Bereich Wirtschaft und Verwaltung. Ein Studium dieser Fachrichtung wird an zahlreichen Fachhochschulen mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten angeboten.

Grundlegende Inhalte sind jedoch immer kaufmännische Fächer wie Rechnungswesen, Marketing, Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Steuerrecht, Wirtschaftsmathematik und das Personalwesen. Darüber hinaus sind Inhalte wie das Controlling, Projektmanagement oder das Arbeits- und Wirtschaftsrecht relevant.

Viele Hochschulen bieten aufgrund der entsprechenden Nachfrage außerdem zweisprachige Studiengänge an, die auch Auslandsaufenthalte vorsehen.

Wer sich für ein Studium in der Wirtschaft und Verwaltung interessiert, sollte Interesse und Spaß an wirtschaftlichen Themen aufweisen und für eine Karriere im Management aufgeschlossen sein. Auch eine gewisse Affinität zu Zahlen und eine logische, ergebnisorientierte Arbeitsweise sowie Kommunikations- und Teamfähigkeit sind von Vorteil.

Die beruflichen Wege nach Abschluss eines Wirtschaftsstudiums sind vielfältig, denn Fachleute auf diesem Gebiet werden überall benötigt. Mögliche Positionen finden sich beispielsweise im Personalmanagement, in der Leitung kaufmännischer Abteilungen wie der Buchhaltung oder dem Einkauf oder im Vertrieb.

Das Einstiegsgehalt hängt vom Arbeitgeber ab und ist bei Großkonzernen höher anzusetzen als in kleinen und mittelständischen Betrieben. So sind Jahreseinstiegsgehälter in einem Spektrum zwischen 35.000 Euro und 40.00 Euro brutto denkbar.

Technischen Studiengänge

Ebenfalls gern gewählt werden Fächer mit technischer Ausrichtung. Häufig entscheiden sich Absolvent/innen technischer Berufsausbildungen, die unter Umständen auch bereits den staatlich geprüften Techniker- oder den Meisterabschluss erworben haben, für ein solches Studium.

Die Auswahl unter den technischen Studiengängen ist groß und reicht vom Bauingenieurwesen über die Chemietechnik und die Umwelttechnik bis hin zu Maschinenbau oder Elektrotechnik. Die Grundlagen technischer Studiengänge beinhalten vor allem mathematische und naturwissenschaftliche Fächer.

Weitere Basisfächer bilden Messtechnik, Werkstoffkunde, technisches Zeichnen sowie Grundlagen der Maschinen- und Elektrotechnik. Im Maschinenbaustudium werden danach vertiefende Kenntnisse in der Produktionstechnik, der Zerspanungs- und Fertigungstechnik, der Thermodynamik und dem Anlagenbau vermittelt.

Maschinenbauingenieur/innen sind für die Entwicklung und Konstruktion von industriellen Anlagen verantwortlich. Sie überwachen und planen Fertigungsprozesse und kontrollieren den reibungslosen Ablauf von Produktionsverfahren. Fachkräfte auf diesem Gebiet sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt, und Einstiegsgehälter ab 40.000 Euro aufwärts sind keine Seltenheit.

Elektrotechnik

Die Elektrotechnik vermittelt unter anderem Wissen in der Energietechnik, der Datenverarbeitung, der Automatisierungstechnologie und der Kommunikationstechnik. Während sich Fachleute des Maschinenbaus mit der Konstruktion und Herstellung von Maschinen beschäftigen, ist die Elektrotechnik für die Steuerungs- und Regelungstechnik verantwortlich, die hinter den Prozessen steckt.

Elektroingenieur/innen arbeiten daher vor allem in der Planung und Überwachung von Geräten oder Anlagen in der Energietechnik, der Automation oder der Kommunikation. Sie konstruieren elektronische Bauteile, die der Unterstützung von Produktionsprozessen dienen. Auch neuere Berufsfelder wie die Elektromobilität und die Gewinnung alternativer Energien bieten Betätigungsmöglichkeiten für Absolvent/innen dieses Fachgebiets.

Die Einstiegsgehälter von Elektroingenieur/innen beginnen ebenfalls bei 40.000 Euro.

Wer sich für ein technisch orientiertes Studium entscheidet, sollte eine Vorliebe und Begabung für die Naturwissenschaften und die Mathematik mitbringen und Spaß an der Bearbeitung technischer Fragestellungen haben. Auch ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen sowie Teamfähigkeit sind wichtige Eigenschaften. Wer diese Eigenschaften mitbringt, ist im Bereich der Ingenieurwissenschaften gut aufgehoben.

Der Hauptschulabschluss ist der Abschluss, den Schüler normalerweise nach Beenden der 9. Klasse machen. Nicht alle schaffen es aber beim ersten Anlauf, die Abschlussprüfung zu bestehen. Es gibt daher nachträglich einige Möglichkeiten, den Hauptschulabschluss doch noch nachzuholen.

Was ist ein Hauptschulabschluss?

Der Hauptschulabschluss ist der erste Schulabschluss in Deutschland. Je nachdem, in welchem Bundesland Sie zur Schule gehen, wird er auch als Berufsreife oder als Berufsbildungsreife bezeichnet. Aus diesen Bezeichnungen geht hervor, dass der Hauptschulabschluss zur Aufnahme einer Lehre beziehungsweise dualen Berufsausbildung berechtigt. Schüler legen die Prüfung für den Hauptschulabschluss nach der neunten Klasse ab.

Kann ich meinen Hauptschulabschluss nachholen?

Der Hauptschulabschluss kann entweder nach der neunten Klasse erlangt werden oder später nachgeholt werden. Wer die Prüfung nicht besteht, kann seinen Hauptschulabschluss entweder an einer Abendhauptschule, an einer Berufsfachschule, an der Volkshochschule oder auch im Fernunterricht mit einer Schulfremdenprüfung später nachholen, um damit die Berechtigung zu erlangen, eine Lehre zu beginnen.

Hauptschulabschluss an der Berufsfachschule nachholen

Der Hauptschulabschluss kann an einer Berufsfachschule nachgeholt werden.

Ablauf

Berufsfachschulen sind Einrichtungen, an denen die Voraussetzungen für verschiedene schulische Abschlüsse vermittelt werden.

Schüler lernen hier fachbezogenes Wissen, das auf einen Ausbildungsberuf vorbereiten soll. Es gibt die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss in Vollzeit nachzuholen, was normalerweise in einem Jahr zu bewältigen ist.

Vorteile

Der Vorteil einer Berufsfachschule gegenüber Fernunterricht ist, dass die Schüler hier echten Lehrern gegenübersitzen und normalen Unterricht wie in der Schule haben. Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung ist intensiv und gut.

Nachteile

Als Nachteil wird von vielen Schülern gesehen, dass diese Art des Nachholens des Hauptschulabschlusses verhältnismäßig viel Zeit kostet.

Dauer

Es gibt außerdem verschiedene Teilzeitformen für Schüler, die gleichzeitig beruflich tätig sind und nicht ganztägig in die Schule gehen können oder wollen. In Teilzeit dauert das Nachholen des Hauptschulabschlusses meist zwei Jahre. Die Aufnahmebedingungen für die Berufsfachschulen sind je nach Bundesland verschieden.

Hauptschulabschluss an der Abendschule nachholen

Neben den Berufsfachschulen bieten auch verschiedene Abendschulen das Nachholen des Hauptschulabschlusses an. Dies ist vor allem für Berufstätige interessant, die den Abschluss quasi nebenbei nachholen möchten.

Ablauf

Der Unterricht in der Abendschule findet am Abend und an den Wochenenden statt. So kann der Unterricht trotz Beruf besucht werden, wobei keine Lohneinbußen entstehen.

Es gibt private und staatliche Abendschulen, die unterschiedliche Zugangsbedingungen haben. Mancherorts ist die Abendschule auch in die Volkshochschule integriert.

Vorteile

Der eindeutige Vorteil dieser Art des Nachholens ist, dass der Unterricht die berufliche Tätigkeit nicht einschränkt.

Nachteile

Der Nachteil gegenüber dem Unterricht am Morgen in Vollzeit ist natürlich, dass die Inhalte der Abendschule in der Freizeit wiederholt und gelernt werden müssen. Das ist während der Zeit, in der Beruf und Abendschule parallel laufen. Die Belastung durch Arbeit und Schule ist für manche zu hoch.

Dauer

Je nach Wissenstand und Aufwand kannst Du in 1 bis 3 Jahren an einer Abendschule deinen Hauptschulabschluss nachholen.

Hauptschulabschluss im Fernlehrgang nachholen

Eine weitere Alternative ist die Fernschule. Mehrere Institute in Deutschland bieten Lehrgänge zum Nachholen des Hauptschulabschlusses an und zwar in einer Form mit Fernunterricht.

Ablauf

Diese Art der Ausbildung ist ebenfalls parallel zur beruflichen Tätigkeit möglich. Jeder kann sich an einer Fernschule seine Lern- und Lehrzeiten selbst einteilen.

Der Lernstoff wird einfach zu Hause selbst aufgearbeitet. Trotzdem begleiten die Fernschulen ihre Schüler und geben ihnen bestimmte Hilfestellungen. Je nach Anbieter gibt es im Rahmen der Fernausbildung auch einige Pflichtveranstaltungen, die entweder besucht werden müssen oder online absolviert werden können.

In den einzelnen Fernlehrgängen werden die vorgeschriebenen Fächer wie Deutsch, Mathematik, Englisch (oder eine andere Fremdsprache), Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde und Politik, Chemie, Biologie und Physik unterrichtet.

Vorteile

Einer der Vorteile ist, dass man diesen Lehrgang jederzeit starten kann und nicht an Anfang oder Ende von Schuljahren gebunden ist. In der Woche sollte man zwischen 10 und 15 Stunden für das Fernstudium einplanen.

Der Lernstoff wird in Form von Texten und Übungsaufgaben mit Lösungsschlüsseln verteilt. Es gibt zudem Online-Veranstaltungen oder Tutorien zu den einzelnen Themen. Der Abschlusstest kann vor Ort oder auch Online absolviert werden.

Nachteile

Einer der Nachteile des Fernstudiums sind die vergleichsweise hohen Kosten von um die 2000-3000 Euro je nach Institut.

Dauer

Das Fernstudium für das Nachholen des Hauptschulabschlusses dauert je nach Anbieter zwischen sieben und 19 Monaten. Ein Jahr ist der Durchschnitt.

Hauptschulabschluss während der Ausbildung an der Berufsschule nachholen

Eine weitere Möglichkeit, um den Hauptschulabschluss zu erlangen, ist die Teilnahme an der Berufsschule während der Ausbildung. Generell kann nämlich jeder auch ohne Hauptschulabschluss bestimmte Ausbildungsberufe vor allem im Handwerk aber auch in anderen Sparten erlernen.

Das duale Ausbildungssystem in Deutschland sieht vor, dass Auszubildende parallel im Betrieb und in der Berufsschule sind und so ihren Abschluss erhalten. Der bestandene Berufsschulabschluss am Ende der Ausbildung verleiht den Schülern gleichzeitig den Hauptschulabschluss.

Was wird in der Hauptschulabschlussprüfung geprüft?

Bei der Prüfung zum Hauptschulabschluss werden die Schüler in folgenden Fächern geprüft:

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Englisch (oder eine andere Fremdsprache)
  • Naturwissenschaften: Biologie, Chemie und Physik
  • Geisteswissenschaften: Politik und Sozialkunde, Erdkunde und Geschichte

Sport, Musik, Kunst und Religion, wie an der herkömmlichen Hauptschule entfallen im zweiten Bildungsweg. In den einzelnen Fächern müssen schriftliche und teils auch mündliche Prüfungen abgelegt werden. Die Prüfungen sind von Schule zu Schule und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aufgebaut, haben aber einen vergleichbaren Standard.

Welche Vorteile hat ein Hauptschulabschluss?

Obwohl es verschiedene Ausbildungsberufe gibt, die man auch ohne Hauptschulabschluss erlernen kann, eröffnet der Hauptschulabschluss dennoch andere Möglichkeiten.

Die Auswahl an Berufsschulen und Ausbildungsberufen ist deutlich größer mit Hauptschulabschluss als ohne. Zudem macht sich ein Hauptschulabschluss im Lebenslauf gut.

Viele Arbeitgeber setzen diese allgemeine Schulbildung gerne voraus und stellen lieber Mitarbeiter ein, die den Abschluss haben. Zudem berechtigt der Hauptschulabschluss natürlich dazu, weitergehende Bildungswege wie zum Beispiel in Richtung Realschulabschluss oder sogar Fachabitur einzuschlagen.

Braucht man unbedingt einen Hauptschulabschluss für eine Ausbildung?

Es ist erwiesenermaßen ohne Hauptschulabschluss deutlich schwerer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Viele Mitbewerber haben den Abschluss und werden deshalb bevorzugt.

Eine Möglichkeit, auch ohne Abschluss einen Ausbildungsplatz zu ergattern, ist das Berufsgrundbildungsjahr, welches in manchen Ländern auch Berufsgrundschuljahr heißt. Dieses Jahr Schule soll junge Menschen ohne Hauptschulabschluss auf die Berufstätigkeit und die Berufsschule vorbereiten. Es ermöglicht den Schülern gleichzeitig das Hereinschnuppern in verschiedene Berufe, vor allem aus dem Handwerk.

Manche Ausbildungsbetriebe nehmen gerne Schüler mit BGJ und verkürzen sogar die Ausbildungszeit, wenn das BGJ angerechnet wird. Mit der bestandenen Abschlussprüfung erhalten die Auszubildenden dann gleichzeitig den Hauptschulabschluss.

Das Abitur ist der höchste deutsche Schulabschluss. Seit 2015 legten in Deutschland immer mehr als 50 Prozent der Schüler eines Jahrgangs die entsprechenden Prüfungen ab. Allein dies zeigt, welche Bedeutung dem Abitur zugesprochen wird. Den Abschluss nachzuholen, eröffnet zahlreiche Karrierechancen.

Welche Vorteile hat man mit Abitur?

Allgemeine Hochschulreife

Das Abitur wird auch als „allgemeine Hochschulreife“ bezeichnet. Dies bedeutet, dass der Schulabschluss Ihre Zutrittsberechtigung zur Universität ist. Auf einigen Studiengängen liegt zusätzlich der sogenannte „Numerus Clausus“. Dabei handelt es sich um die Note, die Sie mindestens im Abitur erreichen müssen, um das Fach studieren zu können. Nicht nur das Abitur an sich, sondern zugleich ein möglichst guter Abschluss ist deshalb wichtig.

Bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz

Abiturienten haben wesentlich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BBIB) berichtet, dass die Zahl der „Azubis“ mit Abitur von 2015 zu 2017 von 25 auf 40 Prozent geklettert ist. Die Tendenz ist weiter steigend. Abiturienten können zudem häufig zwischen unterschiedlichen Ausbildungsplätzen wählen.

Hilfe im Alltag durch spezielle Kompetenzen

In der Abiturphase werden überdies Kompetenzen vermittelt, die sich im Alltag in unterschiedlichen Situationen als hilfreich erweisen. Beispielsweise lernen Sie die Methoden, um neues Wissen eigenständig aufzunehmen, einzuordnen und produktiv für sich nutzbar zu machen („diskursive Auseinandersetzung mit neuem Stoff“).

Was sind die Voraussetzungen, um Abitur nachholen zu können?

Alle Möglichkeiten, wie Sie das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholen können, haben ähnliche Voraussetzungen.

  • Sie müssen erstens das 18. Lebensjahr vollendet haben.
  • Abgesehen vom Abitur über einen privaten Anbieter müssen Sie zudem eine Berufsausbildung abgeschlossen haben.
  • Alternativ genügt es, wenn Sie nachweislich drei Jahre gearbeitet haben. Wehr- und Zivildienst werden dabei ebenso angerechnet wie beispielsweise ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr.

Allgemein zu berücksichtigen ist, dass das Abitur in Deutschland nicht bundeseinheitlich, sondern föderal organisiert ist. Es liegt deshalb in der Hoheit der einzelnen Bundesländer, wie bestimmte Fächerkombinationen aussehen können. Dabei kann es erhebliche Unterschiede geben. Dies müssen Sie für Ihre Planungen berücksichtigen.

Wie kann man am Kolleg Abitur nachholen?

Das Kolleg ist ein Institut der Erwachsenbildung, das zumeist staatlich gefördert wird. Dies bedeutet, dass es in der Regel für Sie kostenlos ist. Sie haben allerdings trotzdem Anspruch auf eine Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Um ein Kolleg zu besuchen, müssen Sie in der Regel mindestens einen Realschulabschluss besitzen bzw. die mittlere Reife vorweisen können. Einige Kollegs bieten allerdings die Möglichkeit ein, diesen Schulabschluss während der Abiturvorbereitung nachzuholen. Unterricht wird am Kolleg ganztägig durchgeführt, was bei der Vereinbarkeit mit dem Beruf zu berücksichtigen ist.

Dauer und Ablauf

Der Ausbildungsgang ist auf 3,5 Jahre ausgelegt. Die ersten sechs Monate sind dabei für einen Vorkurs reserviert, um Inhalte zu wiederholen und wieder an das schulische Lernen heranzuführen. In einigen Kollegs können Sie auf den Vorkurs verzichten, wenn Sie sich sicher fühlen sollten.

Nach dem Vorkurs folgt die einjährige Einführungsphase. Sie ist das Pendant zur elften Klasse des Gymnasiums. Hier wird das Grundwissen vermittelt, das Sie für den weiteren Ausbildungsweg benötigen.
Auf die Einführungsphase folgt die sogenannte Qualifikationsphase. Diese dauert zwei Jahre bzw. vier Semester. Ein Semester entspricht dabei einem Halbjahr. Kurse werden nach Semestern abgehalten und bewertet. Sie müssen die Qualifikationsphase nach den Kursvorgaben Ihres Bundeslandes absolvieren.

Abgeschlossen wird der Ausbildungsgang mit der Abiturprüfung. An Kollegs handelt es sich um die sogenannte Externenprüfung. Sie sind dabei an einer staatlichen Institution zu Gast, welche die Prüfungsberechtigung für das Abitur hat – beispielsweise an einem Gymnasium.

Wie holt man Abitur über die Volkshochschule nach?

Die Volkshochschule (VHS) ist ein gemeinnütziges Institut der Erwachsenen- sowie der Weiterbildung. Das Abitur kann in Kursen nachgeholt werden, die im Modulsystem angeboten werden. Allerdings haben viele Volkshochschulen das entsprechende Angebot stark zusammengestrichen. Anders als beispielsweise das Kolleg ist die VHS zudem kostenpflichtig. Dies Kursgebühren können bis zu 500 Euro pro Semester bzw. Halbjahr erreichen. Sie können allerdings BAföG zur Unterstützung beantragen. Zugangsvoraussetzung ist je nach VHS ein Haupt- oder Realschulabschluss.

Dauer und Ablauf

Der Weg zum Abitur dauert in der Volkshochschule zwei bis vier Jahre. Dies liegt zum einen daran, wie viele Stunden Sie selbst pro Woche in die Schule gehen können. Zum anderen müssen Sie sich nach dem Kursangebot richten. Viele VHS schließen bei 15 bis 20 Teilnehmern ihre Seminare, was sie zum Warten zwingt.

„Modulsystem“ bedeutet, dass bestimmte Veranstaltungen zusammenhängend zu den immer gleichen Zeiten in der Woche angeboten werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Sie je nach Bundesland beispielsweise nicht jede Fächerkombination als Leistungskurse wählen dürfen. Im Angebot der Volkshochschulen kann es dabei zu Überschneidungen kommen. Ihre beiden bevorzugten Leistungskurse werden beispielsweise zeitgleich angeboten. Dies müssen Sie bei der Planung berücksichtigen.

Das Abitur selbst wird in Form der Externenprüfung abgelegt. Sie absolvieren die Prüfungen also nicht direkt in der VHS, sondern in einer prüfungsberechtigten anderen Bildungseinrichtung.

Wie kann man an der Abendschule Abitur nachholen?

Die Abendschule ähnelt dem Kolleg. Sie ist in der Regel staatlich gefördert oder gleich in staatlicher Trägerschaft und damit kostenfrei. BAföG können Sie trotzdem nach Vollendung des zweiten Ausbildungsjahres beantragen, wenn Sie das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. In der Regel unterrichten Abendschulen von 17:00 bis 21:30 an zwei bis drei Abenden pro Woche und orientieren sich an den regulären Schulferien. In Ausnahmen, beispielsweise für alleinerziehende Mütter, werden auch vormittags Kurse angeboten. Sie benötigen wenigstens einen Hauptschulabschluss, um an der Abendschule das Abitur nachholen zu können.

Dauer und Ablauf

Der Weg zum Abitur an der Abendschule dauert 3,5 Jahre bzw. sieben Semester. Im ersten Semester besuchen Sie einen Vorbereitungskurs, der in der Hauptsache der Wiederholung dient. Sie werden wieder an die Techniken des schulischen Lernens herangeführt.

Es folgt die Einführungsphase von zwei Semestern, in denen Sie das Grundwissen erlernen. Es folgt die Qualifikationsphase von vier Semestern, die im Kurssystem aufgebaut ist, wie es von Ihrem Bundesland vorgeschrieben ist. Abgeschlossen wird die Qualifikationsphase von den Abiturprüfungen, die in der Abendschule absolviert werden.

Wie kann man an einer Fernschule per Fernstudium Abitur nachholen?

Bei Fernschulen handelt es sich zumeist um Anbieter in privater Trägerschaft. Der Weg zum Abitur ist entsprechend kostenpflichtig. Die Preise können erheblich schwanken. Mindestvoraussetzung, um über ein Fernstudium das Abitur nachzuholen, ist der Hauptschulabschluss. Der Realschulabschluss kann bei den meisten Anbietern auf dem Weg zum Abitur nachgeholt werden. Der wöchentliche Arbeitsaufwand liegt durchschnittlich bei zwölf bis 16 Stunden. Anders als bei staatlichen Anbietern ist keine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. eine Mindestarbeitszeit von drei Jahren notwendig.

Ablauf und Dauer

Die Dauer dieses Weges zum Abitur beträgt 30 bis 42 Monaten. Dies ist davon abhängig, ob erstens ein Realschulabschluss nachgeholt werden muss. Zweitens kommt es darauf an, ob noch ein zusätzlicher Vorbereitungskurs gewünscht wird.

Anders als bei den sonstigen Wegen zum Abitur ist im Fernstudium relativ frei. Je nach Anbieter werden während der Ausbildungszeit zehn bis 15 Seminare angeboten. Zwingend belegen müssen Sie jedoch nur zwei bis drei. Dies gestattet eine relativ freie Schwerpunktsetzung, was insbesondere mit Blick auf ein späteres Studium lohnend sein kann.

Die eigentliche Abiturprüfung ist in der Regel zweistufig. Sie absolvieren erstens einen Abschlusskurs des jeweiligen Anbieters. Wenn Sie diesen bestehen, werden Sie zur Externenprüfung angemeldet und absolvieren dann beispielsweise in einer Abendschule die staatlich anerkannte Abiturprüfung. Die meisten Anbieter vergeben meistens noch ein Zusatz-Zertifikat. Jenes genießt in der Wirtschaft hohes Ansehen, weil es beweist, dass Sie eigenverantwortlich arbeiten können.

Kann man online Abitur nachholen?

Das Abitur kann entweder mit staatlicher Unterstützung oder über private Anbieter online nachgeholt werden. Nordrhein-Westfalen bietet eine entsprechende Möglichkeit beispielsweise seit 2002. Staatliche Angebote sind kostenfrei, abgesehen von den notwendigen Lehr-Lernmitteln wie z.B. Büchern. Private Anbieter verlangen Schulgeld. Sie müssen mindestens einen Realschulabschluss besitzen, um das Abitur online nachzuholen.

Dauer und Ablauf

Staatliche Angebote veranschlagen einen Arbeitsaufwand von 20 Wochenstunden. Zehn Stunden lernen Sie über das Netz von zu Hause. Zehn Stunden finden als Präsenz an einem Kolleg oder in einer Abendschule statt. Sie sollten weitere zehn Stunden für Vor- und Nachbereitungen einplanen. Die Präsenzstunden finden in der Regel am Nachmittag oder am Abend statt. Bei privaten Anbietern kann die Gewichtung der Stunden variieren.

Insgesamt dauert der Weg zum Abitur drei Jahre. Das erste Jahr ist der Einführungsphase gewidmet, in der Sie das nötigen Grundwissen erwerben. Es folgt die Qualifikationsphase von zwei Jahren, die im Kurssystem unterrichtet wird.

Die Abiturprüfungen selbst findet in Form der Externenprüfung statt. Sie müssen die Prüfungen also in einer anderen Bildungseinrichtung als Gast ablegen, die über die nötige Prüfungsberechtigung verfügt. Dies gilt nicht, wenn Sie Ihre Präsenzstunden in einer staatlichen Abendschule absolvieren.

Wie sieht die Abiturprüfung aus?

Das normale Abitur

Das normale Abitur besteht aus vier Prüfungsfächern, die während der Qualifikationsphase durchgehend belegt werden müssen. Aufgeteilt sind diese in zwei Leistungskurse, ein schriftliches Prüfungsfach und ein mündliches Prüfungsfach. Die Leistungskurse werden zumeist fünfstündig pro Woche unterrichtet. Die weiteren Prüfungsfächer sind in der Regel dreistündig.

Die Abiturklausuren in den Leistungskursen dauert fünf Zeitstunden. Die weitere schriftliche Prüfung nimmt drei Zeitstunden in Anspruch. Die mündliche Prüfung dauert insgesamt 60 Minuten: Diese Zeit gliedert sich in 30 Minuten Vorbereitungs- und 30 Minuten Prüfungszeit auf. Je nach den Noten in den schriftlichen Fächern können in diesen auch mündliche Nachprüfungen nötig werden. Die Regeln entsprechen dann denen der regulären mündlichen Prüfung.

Die Externenprüfung

Die Externenprüfung unterscheidet sich zwischen den Bundesländern. Nordrhein-Westfalen besitzt dabei aber die Regeln, nach denen sich zumeist orientiert wird. Sie müssen in allen vier Fächern schriftliche Prüfungen absolvieren. Die Länge kann sich unterscheiden, reicht aber generell von drei bis zu fünf Zeitstunden. Wenn Sie alle vier schriftlichen Prüfungen bestanden haben, müssen Sie zusätzlich in allen Fächern mündliche Prüfungen erfolgreich ablegen. Diese dauern eine Stunde. Die ersten 30 Minuten dienen der Vorbereitung, der Rest der Zeit ist für die eigentliche Prüfung reserviert.

Wie wählt man den passenden Anbieter für das Nachholen von Abitur?

Die folgenden Kriterien sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie nach einer Möglichkeit suchen, um das Abitur nachzuholen:

  • Kosten: Können Sie sich das jeweilige Angebot leisten? Ist es möglicherweise kostenlos?
  • Vereinbarkeit mit Familie und Beruf: Findet der Unterricht so statt, dass Sie keine Probleme mit Ihrem regulären Job bekommen und/ oder genügend Zeit für Ihre Familie bleibt?
  • Zugangsvoraussetzungen: Haben Sie beispielsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung oder können Sie genügend Arbeitsjahre nachweisen? Müssen Sie möglicherweise Ihren Realschulabschluss nachholen?

Gibt es Alternativen zum Abitur?

Fachgebundene Hochschulreife

Einige Fächer dürfen Sie auch dann studieren, wenn Sie kein Abitur haben. Man spricht von der „fachgebundenen Hochschulreife“. Die Bundesländer und teilweise die Universitäten legen die Regeln hierfür individuell fest. Sie müssen das zwölfte Schuljahr bzw. die ersten zwei Semester der Qualifikationsphase erfolgreich absolviert haben. In der Regel sind die Leistungskurse für die fachgebundene Hochschulreife geöffnet.

Fachhochschulreife/ Fachabitur

Die Fachhochschulreife/ das Fachabitur erwerben Sie, nachdem Sie das 12. Schuljahr bzw. das erste Jahr der Qualifikationsphase erfolgreich abgeschlossen haben. Sie dürfen mit diesem Abschluss alle Fachhochschulen besuchen, die nicht Universitäten oder Hochschulen gleichen Ranges (beispielsweise pädagogische Hochschulen) sind. Gängig werden die zulässigen Hochschulen mit FH oder TH (Technische Hochschule) abgekürzt.

Sowohl für die fachgebundene Hochschulreife sowie für die Fachholschulreife sind keine gesonderten Abschlussprüfungen notwendig. Allerdings findet das sogenannte Vorabitur im ersten Jahr der Qualifikationsphase statt. Dabei handelt es sich um schriftliche Prüfungen, die unter Abiturbedingungen absolviert werden.